Gesundheitsvorsorge

KassenpatientVon der Basisvorsorge zur Privatvorsorge
Welche Leistungen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung?
Nach dem Wortlaut des Gesetzes müssen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Die Leistungen dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Damit werden die Kosten für alle sinnvollen medizinischen Leistungen, welche über dieses Wirtschaftlichkeitsangebot hinaus gehen, nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Begründung: Es handelt sich um Wunschleistungen des Patienten, die nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sind. Man bezeichnet diese Leistungen auch als individuelle Gesundheitsleistungen. Der Gesetzgeber hat diese Leistungen in der so genannten IGel-Liste zusammengestellt.

 

Gesetzlich versichert und doch Privatpatient
PrivatpatientDer Leistungsumfang einer privaten Absicherung kann individuell gestaltet werden.
Welche Leistungen sind grundsätzlich wählbar?

Ambulante Zusatzversicherung
Hier sehen die Tarife der Privatversicherer folgende Leistungsarten vor:
• Arznei/ Rezepturzuzahlungen
• Vorsorgeuntersuchungen
• Heilpraktikerleistungen
• Heil- und Hilfsmittel
• Akupunktur
• Sehhilfen
Leistungsart, Umfang und Höhe fallen von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich aus.

Krankenhauszusatzversicherung (Stationär)
Versicherbar ist das Ein- oder Zweibett-Zimmer und die Chefarztbehandlung. Es werden in der Regel die Mehrkosten für die bessere Unterbringung sowie die zusätzlich anfallenden Arztkosten übernommen. Es kann neben den o. g. Leistungen auch noch ein Krankenhaustagegeld vereinbart werden. Gesetzlich Versicherte zahlen bei Krankenhausaufenthalten jeweils bis 28 Tage 10 Euro/Tag aus der eigenen Tasche. Weitere Kosten können sein: Telefon- und Fernsehgebühren, Fahrtkosten für Familienangehörige, zusätzlicher Verpflegungsmehraufwand, Kosten für die Betreuung von pflegebedürftigen Familienangehörigen und natürlich auch der noch im Hause befindlichen Kinder. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten hier keine oder nur ganz geringe Leistungen. Mit dem privaten Krankenhaustagegeld sind diese Kosten dagegen abgedeckt.

Zahnzusatzversicherung
Es werden Leistungen angeboten für:
• Zahnersatz, Inlays, Implantate
• Zahnbehandlung, professionelle Zahnreinigung
Die Zahnleistungen sind oft maximiert und auch häufig mit einer Leistungsstaffel ausgestattet. Leistungsstaffel heißt, dass pro Jahr nur eine bestimmte Leistungssumme vom Versicherer erbracht wird. Hier gibt es gravierende Unterschiede. Zudem ist bei der richtigen Tarifwahl auch noch die Abrechnungsgrundlage des Versicherers zu berücksichtigen.
Umfangreiche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Zahntarife – Servicecenter für Zahnversicherungen

Krankentagegeld
Die gesetzliche Krankenversicherung erbringt für den Arbeitnehmer nach Beendigung der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber ihre Tagegeldleistung. Es werden 70% vom Bruttogehalt, maximal jedoch 90% vom Nettoeinkommen geleistet. Mit der privaten Krankentagegeld-Versicherung lässt sich der Verdienstausfall nach der Lohnfortzahlung bis zu 100% ausgleichen. Dabei gilt das Bereicherungsverbot, d. h. das Einkommen im Krankheitsfall darf nicht höher sein als das normalerweise erzielte Einkommen.
Achtung: Aussteuerung bei der gesetzlichen Krankenkasse!
Beim Krankentagegeld ist zu beachten: Für ein und dieselbe Krankenbehandlung innerhalb von drei Jahren, wird das Krankentagegeld für max. 78 Wochen gezahlt. Auf den ersten Blick erscheint dies vollkommen ausreichend. In der Praxis kann es aber zu existenziellen Notsituationen kommen.

Pflegetagegeld
Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig. Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung stellt nur eine Grundversorgung dar und deckt nur einen Teil der durch die Pflegebedürftigkeit entstehenden Kosten ab. Somit entstehen häufig sehr hohe Restkosten. Mit einem privaten Pflegetagegeld können Sie diese Lücken schließen.
Beachten Sie: Sollten die Leistungen der Pflegekasse, die Rente und das eigene Vermögen nicht mehr ausreichen, um die laufenden Pflegekosten zu bezahlen, dann zahlt das Sozialamt die zusätzlich anfallenden Kosten. Im Zweifelsfall wird geprüft, ob und wie von den Kindern der Leistungsempfänger Unterstützung eingefordert werden kann. Grundsätzlich sind die Kinder verpflichtet, ihren Eltern in einer finanziellen Notlage zu helfen. Bevor es Hilfe vom Sozialamt gibt, müssen Pflegebedürftige und deren unterhaltspflichtige Angehörige ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen legen. Eine private Pflegetagegeldversicherung hilft, dies zu vermeiden.

Änderungen bei gesetzlichen Krankenkassen ab 2015
In Zukunft werden Leistungen und Service als Entscheidungskriterium für viele Versicherte von enormer Bedeutung. Ein einheitlicher Standard von Leistungen ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, allerdings werden finanziell starke Kassen sich durch Zusatzleistungen besser am Markt positionieren. Eine wichtige Rolle spielt bei der Wahl der passenden Kasse in Zukunft der Leistungsanspruch des Versicherten und die Höhe des Zusatzbeitrages. Hier sollte man genau prüfen, gegebenenfalls sollte man die Kasse wechseln. Ein Hindernis für viele wechselbereite Versicherte könnte in der Unübersichtlichkeit des Gesamtangebotes liegen. Hier kann eine unabhängige Beratung Abhilfe schaffen.
Bereits heute gibt es gesetzliche Krankenversicherungen, die einen Beitragszuschuss für private Zusatzversicherung von bis zu 160 EUR p.a. gewähren. Mit diesem Beitragszuschuss könnten Sie Ihren Basisschutz erheblich verbessern.

„Das Gesundheitssystem können Sie nicht ändern, Ihre eigene Absicherung schon“